Anbau von Genmais in Deutschland – ein Ausblick

Gepostet am Aktualisiert am

(Foto: SPIEGEL online)

Seit der Stimmenenthaltung Deutschlands bei der Abstimmung der EU-Landwirtschaftsminister über die Zulassung der Gen-Mais-Sorte Pioneer 1507 ist klar: Gen-Mais wird zukünftig auch in Deutschland angebaut. Obwohl der deutsche Agrarminister gegen eine Enthaltung und somit auch gegen die Zulassung von Gen-Mais war, hatte ihn unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel zu diesem Schritt gedrängt. Was hinter dieser Einflussnahme steckt, wird in diesem Spiegel-Artikel treffend beschrieben. „Bioökonomie“, oder die maximale, kommerzielle Nutzung aller biologischen Ressourcen ist der Kern eines Strategiekonzepts, das nach dem Willen der Bundesregierung bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden soll. Selbst Fleisch, Milch und andere Tierprodukte sollen dann auch von geklonten Tieren stammen dürfen. Mahlzeit!

2009 wurde von den damaligen Bundesministerinnen Annette Schavan (Forschung) und Ilse Aigner(Landwirtschaft) unter Einbeziehung des Auswärtigen Amts, des Innenministeriums, des Umweltministeriums und des Wirtschaftsministeriums ein Bioökonomierat berufen. Nun sollte man meinen, dieser Rat sei unabhängig und lediglich am Wohle der Bundesbürger interessiert – bei näherer Betrachtung fällt auf, daß in diesem Rat auch Industrievertreter sitzen, so zum Beispiel Frau Prof. Dr. Wiltrud Treffelfeldt, Chief Technology Officer der Dow Europe GmbH. Im Dow-Firmenprofil auf http://www.chemie.de wird das Unternehmen folgendermassen beschrieben:

„Dow ist ein vielseitiges Chemieunternehmen mit einem Umsatz von 58 Milliarden US-Dollar und 46.000 Mitarbeitern. Durch die Kombination von Wissenschaft und Technologie mit dem „Element Mensch“ trägt Dow kontinuierlich zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Das Unternehmen liefert seinen Kunden in rund 160 Ländern eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen und verbindet dabei Chemie und Innovation mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit. So ermöglicht Dow die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten genauso wie die Herstellung von Farben, Verpackungen oder Körperpflegeprodukten.“

Das Mitwirken im Bioökonomierat ist also nur der Tatsache geschuldet, daß „nachhaltig“ zu einer „Verbessung unserer Lebensqualität“ beigetragen werden soll. Na denn…

Französische Forscher fanden jedoch 2012 heraus, daß Genmais – an Ratten verfüttert – zu Tumoren, Nieren- und Leberschäden führt. Verbesserung der Lebensqualität?

Zudem wird von Seiten der Genmais-Lobby gerne das Argument genannt, daß gentechnisch veränderte Maissorten Schädlinge fernhalten, da sie Giftstoffe produzieren können, mit denen sie sich quasi selber schützen. Eine geniale Idee der Forscher, wäre da nicht das Problem, daß man im Labor die Natur mal wieder nicht vollständig simulieren konnte: In den USA kommt es bereits zu den ersten Resistenzen der Schädlinge, die Forscher empfehlen daher nun eine ungewöhnliche Strategie um die Ausbreitung der resistenten Schädlinge zu stoppen: „Nichtresistenten Käfern sollten ausreichend große Genmais-freie Felder überlassen werden. In diesen Refugien könnten diese noch anfälligen Käfer überleben und sich auch mit resistenten Tieren vermehren. Damit wären letztlich wieder mehr Käfer empfänglich für das Gift.“ Humor scheinen sie also zu haben, die werten Herren Forscher.

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